Wieder zurück

Von Helene Aecherli, 6. Juni 2014

Über zwei Monate lang habe ich hier nichts mehr geschrieben, schändlich, ich weiss. Aber manchmal gibt es Phasen, in denen die Themen einander konkurrenzieren und zur Seite drängen: die Reportage auf der US Naval Station Guantanamo, zum Beispiel, und kurz darauf die Reise nach Afghanistan, wo ich eine Schweizer NGO bei ihrer Arbeit begleitete. Klar, Liebe und Sexualität sind überall präsent, bei den Militärangehörigen auf Guantanamo, wie in den abgelegensten Dörfern Afghanistans und hier in der Schweiz, jeweils unter anderen Vorzeichen natürlich, und dennoch ähnlich. Frauen und Männer haben überall denselben entrückten Blick, wenn sie verliebt sind und jemanden begehern, dieses schamhafte Lächeln, das sich zuerst zwischen den Mundwinkeln hervordrängt und allmählich über das ganze Gesicht verteilt, dieses leichte Winden der Schultern, die sachte heisere Stimme.

Aber es braucht Zeit, für mich zumindest, die Erfahrungen und Einsichten zu ordnen, sie in den Kontext zu setzen, um sie schliesslich weitergeben zu können. Schreiben funktioniert selten auf Knopfdruck, und je älter ich werde, desto schwieriger wird es. Denn für jedes Wort, das man herausposaunt, trägt man auch Verantwortung. Nichts ist schlimmer, als hohles Geschwätz. Das gilt für Print und erst recht für Online. Obwohl auch die Wahrnehmung dessen, was Geschwätz ist, schliesslich subjektiv ist.

Aber was ich eigentlich sagen wollte: Ich bin zurück bei Sex & Sensibility.

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