Göttinnen und Haushaltspapier

Von Helene Aecherli, 19. Oktober 2013

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Die Skulptur mit den üppigen weiblichen Rundungen und die tanzende Göttin sind Teil der Dekoration eines Sexclubs, den ich für  meine Reportage über Freier besuchte.  Ich blieb lange davor stehen, weil mich die Skulptur und die tanzende Figur irgendwie rührten, sie strahlten, fand ich, etwas Unschuldig-Ausgelassenes aus. Doch vor allem fasznierte mich das Haushaltspapier, das griffbereit auf dem Mäuerchen daneben stand; damit, das ist klar,  sollen  Körperflüssigkeiten nach dem Akt, im Jargon „Service“ genannt, aufgewischt werden.  Sehr vernünftig, sehr pragmatisch – und sehr symbolisch:  Denn worum geht es im Sexbusiness? Gekauft – oder eben verkauft – wird eine sexuelle Dienstleistung, im besten Fall ein erotischer Traum, die Erfüllung eines Instant-Bedürfnisses, am Schluss bleibt das Haushaltspapier. Als Reality-Check, zur Beseitigung der  Spuren, bevor  der Nächste kommt. Buchstäblich.

Eigentlich unglaublich banal.

 

 

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